Einnahme von Medikamenten

Worauf es jetzt ankommt – Teil 7

Beachten Sie mögliche Wechselwirkungen zwischen Lebensmitteln und den Medikamenten Ihres Kindes

 

Achtung! Was und wann Ihr Kind isst, kann sich erheblich auf die Wirkung der oral eingenommenen Medikamente auswirken. Das Behandlungsteam Ihres Kindes wird Sie hier ausführlich und individuell informieren. Hier einige allgemeine Informationen.

Einnahme mit Flüssigkeit

Ihr Kind sollte orale Medikamente immer stehend oder aufrecht sitzend mit ein wenig Flüssigkeit (z.B. Mineralwasser oder Saftschorle) einnehmen. Sie werden dann besser transportiert, lösen sich schneller auf und sind oft auch besser verträglich. Manche Medikamente vertragen sich nicht mit bestimmten Getränken (z.B. oral eingenommenes Cyclosporin A mit Grapefruitsaft). Ihr Behandlungsteam wird Sie darauf hinweisen. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie einfach nochmal nach.

 

 

Tipps und Tricks

Tabletten:

  • mit Tablettenteiler halbieren oder vierteln
  • „Schluckhilfe“ (Gelüberzug mit angenehmem Geschmack)
  • Mörsern und einkapseln
  • Mörsern und in Glukose auflösen
  • in einem Löffel Apfelmus „verstecken“
  • sog. Flaschentrick sog. Flaschentrick (Tablette auf die Zunge legen und mit großem Schluck Wasser aus Plastikflasche “einsaugen” und schlucken)


Kapseln:

  • sog. Nicktrick (Kapsel auf die Zunge legen, Schluck Wasser in den Mund nehmen und Kopf nach vorne neigen, Kinn auf die Brust – dadurch wird die Kapsel automatisch geschluckt)

Abstand zu den Mahlzeiten

Ob der Magen bei der Medikamenteneinnahme voll oder leer ist, kann sehr wichtig für die Wirksamkeit sein. Wird darauf nicht geachtet, kann es sein, dass die Medikamente schlechter oder gar nicht wirken! Diese Einnahmeformen gibt es:

Unabhängig von den Mahlzeiten: Für diese Medikamente spielt es keine Rolle, ob Ihr Kind dazu etwas isst oder nicht.

Nüchtern / vor dem Essen: Ihr Kind nimmt das Medikament am besten morgens mindestens 30 Minuten – besser 60 Minuten vor dem Frühstück ein. Achtung: Nüchtern bedeutet, dass Ihr Kind vor der Einnahme und bis zur Mahlzeit wirklich gar nichts außer Wasser zu sich nimmt – auch keinen Tee, Saft, Bonbons, Nahrungsergänzungsmittel! Das Wichtigste für die richtige Wirkung ist hier, dass der Magen vor der Einnahme leer ist und ausreichend lang leer bleibt. Nach einer Mahlzeit dauert es mindestens 2 Stunden, bis man wieder nüchtern ist.

Zum Essen/mit der Mahlzeit: Diese Medikamente nimmt Ihr mit einer Mahlzeit ein. Also direkt beim Essen. Der Körper kann diese Medikamente zusammen mit Nahrung besser aufnehmen. 

Nach dem Essen: Wenn nichts anderes dabei steht oder empfohlen wird, nimmt Ihr Kind das Medikament frühestens zwei Stunden nach dem Essen.

Wechselwirkungen mit Lebensmitteln

Von manchen Medikamenten wird bei der Kombination mit bestimmten Lebensmitteln zu viel Wirkstoff aufgenommen, was zu unerwünschten und teilweise lebensbedrohlichen Nebenwirkungen führen kann. Andere Lebensmittel bzw. Pflanzenstoffe hemmen die Aufnahme von Arzneimitteln und schwächen dadurch die Wirkung ab oder setzen sie ganz außer Kraft. 

 

Wichtigstes Beispiel: Grapefruit (und Pomelo, Pomeranzen): Diese verändert die Wirkung extrem vieler Medikamente. Was die wenigsten wissen: Der Verzehr von nur einer Grapefruit oder von einem Glas Grapefruitsaft beeinflusst die Medikamentenaufnahme mindestens 3 Tage lang (eine zeitversetzte Einnahme bringt also nichts)! Von vielen Medikamenten (darunter auch Krebsmedikamente) wird dann hundert- oder tausendmal mehr Wirkstoff aufgenommen als gewünscht – mit teils lebensbedrohlichen Auswirkungen. Bei einigen Krebsmedikamenten verhält es sich auch umgekehrt: sie werden wirkungslos.

 

Aber es gibt noch zahlreiche andere Lebensmittel, Getränke und Nahrungsergänzungsmittel, die mit oralen Medikamenten Wechselwirkungen haben, oder Medikamente, die z.B. nur zeitversetzt zu calciumreichen oder ballaststoffreichen Lebensmitteln eingenommen werden dürfen. Fragen Sie deshalb immer das Behandlungsteam, ob Ihr Kind bestimmte Lebensmittel (ggf. zu bestimmten Zeiten) meiden muss. Ebenfalls verlässliche Auskünfte zum Thema Wechselwirkungen erhalten Sie kostenlos beim krebsinformationsdienst.de.

 

Lesen Sie hier weiter, wie wichtig Bewegung während der Krebserkrankung Ihres Kindes ist: Auf Bewegung achten.

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