Keine Angst vor Zucker

Worauf es jetzt ankommt – Teil 5

Christina Spaghetti mit Parmesan und Softeis.pdf

Zucker ist erlaubt!

Es kann sein, dass Sie in den Medien immer wieder auf die Information stoßen, dass Tumore durch eine zuckerfreie Ernährung (= ketogene Diät) “ausgehungert” werden können.

 

Diese Fehlinformation bezieht sich auf den sogenannten Warburg-Effekt. Dieser besagt, dass Tumorzellen besonders gerne Zuckermoleküle verstoffwechseln. Das ist bei fast allen Zellen so. Denn auf diese Weise können sie wunderbar an Energie gewinnen. Tumorzellen brauchen relativ viel Zucker, um eine gewisse Energiemenge zu generieren. Daher kommt die Idee, dass man Krebszellen aushungern kann, wenn man keinen Zucker (Glukose) und keine Kohlenhydrate (diese werden vom Körper ebenfalls zu Zucker aufgespalten) mehr isst, ihnen quasi das Energiesubstrat nimmt und der Bedarf des Körpers nur noch mit Fett und dem daraus gebildeten Glukoseersatz, den Ketonkörpern, gedeckt wird.

 

Das funktioniert aber leider nicht. Denn der Tumor kann seinen Stoffwechsel anpassen und sich auch von Fett oder Eiweiß (das er dann z.B. aus dem Muskel nimmt) ernähren. Stellen Sie sich die Krebszellen wie ungewollte Gäste vor, die sich immer zuerst am Buffet bedienen. Die Folge: Statt des Tumors wird der Körper ausgehungert.

 

In Studien an Mäusen – bei denen sich das Tumorwachstum durch eine zuckerfreie Ernährung zunächst tatsächlich verlangsamt hat – konnte man leider auch beobachten, dass manche Tumorzellen später umso schneller wachsen oder sich so verändern, dass sie schlechter auf die Krebstherapie ansprechen. Experimente mit radikalen Ernährungsweisen können Ihrem Kind also durchaus schaden. Zudem müssten bei dieser Diät strenge Regeln eingehalten werden, was eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität bedeutet und oft zu einer Mangelernährung und den damit verbundenen Folgen führt.

 

Für evidenzbasierte und zuverlässige Informationen informieren Sie sich auf seriösen Seiten wie denen der DKG oder Seiten der deutschen Ernährungsverbände DGE, VDD, QUETHEB

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