Verstopfung

Beschwerden lindern

Verstopfung

Die Krebserkrankung selbst, aber auch  die Therapien können Verstopfung (“Obstipation”) verursachen. Dabei handelt es sich um eine erschwerte Stuhlausscheidung oder verminderte Stuhlfrequenz (weniger als drei Stuhlentleerungen pro Woche). Das kann sehr unangenehm für Ihr Kind sein, da die Verstopfung oft von Bauchschmerzen, Völlegefühl, geblähtem Bauch und Unwohlsein begleitet wird. Wenn Ihr Kind drei Tage oder mehr keinen Stuhlgang hatte, setzen Sie sich dringend mit dem Behandlungsteam Ihres Kindes in Verbindung. 

Im Folgenden einige Möglichkeiten und Maßnahmen, die Beschwerden zu lindern:



Unsere Tipps

  1. Flüssigkeitszufuhr erhöhen (Obst, Obstmus, Gemüse mit hohem Wasseranteil wie Gurke oder Tomate, Suppen) und regelmäßig Getränke anbieten (Wasser, Tee, Fruchtsaftschorlen). Vielleicht fällt Ihrem Kind das Trinken aus einer Flasche oder mit einem Trinkhalm leichter als aus einem Becher oder einem Glas. 
  2. Versuchen Sie Ihr Kind zu motivieren, sich zu bewegen – das hilft, die Verdauung anzuregen und ist auch insgesamt für den Therapieverlauf von Vorteil. Auch in kleinen Klinikzimmern gibt es hier verschiedene Möglichkeiten zur Bewegung: Das können kleine Ballspiele sein, Kniebeugen oder, wenn es Ihrem Kind gut genug geht, sogar ein Online-Sportangebot (z.B. das ALBA-Sport-Programm, das während des ersten Corona-Sommers für Kita- und Schulkinder entwickelt wurde (Hier gibt es sicherlich auch noch andere Beispiele, die wir ergänzen könnten)). Sollte Ihr Kind sehr bettlägerig sein, besprechen Sie die Situation mit den behandelnden PhysiotherapeutInnen in der Klinik, damit diese darauf eingehen können. Oft haben die PhysiotherapeutInnen auch verschiedene kleine Sportgeräte oder Spielideen, die zur Bewegung motivieren. 
  3. Eine wohltuende Bauchmassage kann die Verdauung ebenso anregen und tut auch insgesamt sehr gut. Massieren Sie dazu mit der flachen Hand im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel Ihres Kindes (ca. 10 Minuten). Verwenden Sie dazu gerne eine Körperlotion oder ein wohlriechendes Öl.
  4. Helfen Sie mit Rosinen, getrockneten Pflaumen oder Pflaumensaft nach. 
  5. Gesäuerte Milchprodukte wie Kefir, Buttermilch oder stichfester Joghurt können helfen – zusammen mit frischen Früchten ist dies z.B. ein schönes und angenehmes Frühstück oder eine Zwischenmahlzeit. 
  6. Wenn Ihr Kind gerne Vollkornbrot isst – und gerade verträgt -, so kann auch dies durch die darin enthaltenen Ballaststoffe hilfreich bei Verstopfung sein, zum Beispiel mit Kräuteraufstrich und Tomaten- oder Gurkenscheiben; ebenso Vollkornflocken, zusammen mit Joghurt zum Beispiel.
  7. Bieten Sie Ihrem Kind mehrmals am Tag Obst und Gemüse (möglichst ungeschält) an. 
  8. Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen dürfen bei Verstopfung ebenfalls täglich auf den Speiseplan, um die Darmtätigkeit anzukurbeln.
  9. Bieten Sie Ihrem Kind die Lebensmittel von der Liste an (siehe unten) bzw. fragen Sie explizit nach diesen Lebensmitteln im Krankenhaus. Aber auch hier gilt: Setzen Sie Ihr Kind möglichst nicht unter Druck.

 

Ernährungsziele bei Verstopfung

Symptome lindern

sicherstellen, dass Ihr Kind trotz Beschwerden ausreichend mit Nahrung versorgt wird

Unsere Einkaufsliste für Sie

  • Getrocknete Pflaumen / Pflaumensaft
  • Buttermilch
  • stichfester Joghurt, Dickmilch, Quark
  • Pfefferminztee, Fenchel-Anis-Kümmeltee
  • Fruchtsäfte (z.B. Apfelsaft, Traubensaft)

Zur Steigerung der Ballaststoffzufuhr:

  • Vollkornprodukte (z.B. Brot, Nudeln, Flocken)
  • Vollkornbrote (Hirse, Haferflocken)
  • Vollkornreis (Naturreis) oder eine Mischung aus Vollkornreis und weißem Reis
  • Ballaststoffreiches Gemüse (z.B. Blumenkohl, Brokkoli, Karotte, Paprika, Kürbis, Zucchini, Spinat)
  • Ballaststoffreiches Obst (z.B. Apfel, Birne, Feigen, Beeren – gerne auch in Form von Mus)
  • Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen, Linsen, Kichererbsen)
  • Geschrotete Leinsamen, Flohsamen oder Weizenkleie (wichtig zu beachten: mindestens 2 Stunden Abstand zur Medikamenteneinnahme einhalten, da diese Nahrungsmittel Auswirkungen auf die Wirkung der Medikamente haben können)

 

Hinweis:

Steigern Sie die Ballaststoffzufuhr Ihres Kindes nur langsam, um Beschwerden, wie Blähungen und Bauchschmerzen, zu vermeiden. Es ist wichtig, zusätzlich die Trinkmenge Ihres Kindes zu erhöhen, damit die Ballaststoffe quellen können und so ihre Wirkung entfalten können. Wasserlösliche Ballaststoffe in Obst und Gemüse sind leichter verdaulich als Ballaststoffe in Vollkornprodukten oder Hülsenfrüchten.



Schokolade, Kakao, schwarzer Tee, viele Bananen, Heidelbeeren, weißer, polierter Reis, Reisflocken

Unsere Rezeptidee bei Verstopfung: Bircher Müsli

Durch das Trockenobst wird das Müsli zu einer guten Hilfe bei Verstopfung, die darin enthaltenen Nüsse spenden zusätzlich wertvolle ungesättigte Fettsäuren.

Arbeitszeit 10 Minuten

Zubereitungszeit (inkl. Quellzeit) 25 Minuten

Gesamtzeit 35 Minuten

Portionen 1 Portion

Zutaten

  • 30 g Haferflocken kernig
  • 10 g Sultaninen
  • 50 ml Apfelsaft
  • 10 g Haselnusskerne (ca. 10 Stück) ganz oder schon gehackt
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 Apfel (≙ ca. 100 g)
  • 30 g helle Weintrauben
  • 30 g Himbeeren
  • 150 g Joghurt 1,5 % Fett

 

Anleitung

  • Haferflocken, Sultaninen und Apfelsaft in einer Schüssel mischen und ca. 20 Minuten quellen lassen.
  • Die Haselnusskerne mit einem Messer grob hacken. Zitrone auspressen.
  • Apfel gründlich waschen, trockenreiben und anschließend mit einer Reibe raspeln
  • Die Apfelraspel sofort mit dem Zitronensaft mischen. Weintrauben waschen, putzen und der Länge nach halbieren. Himbeeren ebenfalls waschen.
  • Vorbereitete Früchte und Nüsse mit dem Joghurt verrühren. Die Mischung unter die eingeweichten Haferflocken heben. In ein Schälchen geben und nach Belieben mit weiteren Früchten verzieren.

 

Nährwertangaben (pro Portion)

Portion: 430g | Kalorien: 406kcal | Kohlenhydrate: 58g | Eiweiß: 12.1g | Fett: 11g | Ballaststoffe: 8.2g




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